Besucherberichte
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Wave Gotik Treffen 2007 in Leipzig
Zwischen Licht und Schatten, Sonne und Regen, positive und negative Erlebnisse des WGT 07.
Wie jedes Jahr zog es uns auch dieses Mal wieder Richtung Leipzig zum Wave Gotik Treffen 2007.
Als Neuerung hatte ich diesmal eine Presseakreditierung im Gepäck - endlich die Chance nicht nur Besucher sondern auch Auftritte der diversen Bands abzulichten.
Donnerstag morgen um 6 Uhr trafen wir uns in Mühlheim um zu Viert mit einem gemieteten Wohnmobil gen Leipzig zu starten.
Ein kurzer Metrobesuch brachte unseren Zeitplan etwas ins Wanken, denn nun rollten wir mitten im Berufsverkehr über die A40 Richtung Dortmund. Staupassagen wurden mit Musik von WDR4, selbstgemachten Pizzasnacks und (zumindest bei einer Person) mit Rotwein um 7 Uhr morgens verkürzt.
Hinter Dortmund ging es nun zügig voran und wir waren schon gespannt wie gut die neue A38 die Göttingen mit Leipzig verbindet ausgebaut ist. Um es kurz zu machen: Sehr gut! Auf 2 kurzen Strecken muss man noch auf die Landstrasse ausweichen, aber die gehen schnell vorbei und die um über 70km kürzere Strecke lohnt sich.
Auf der A38 traf man auch schon die ersten Schwarzen und schloss die ersten Bekanntschaften.
Gegen halb 1 trafen wir dann in Leipzig nahe dem Agra Gelände ein und standen in einem Stau. Der Platz wurde wirklich erst wie angekündigt um 15 Uhr geöffnet und nicht wie in den letzten Jahren schon um 12. Egal man stand ja immerhin in einer Schlange mit jeder Menge anderer Schwarzgewandeten Gestalten und führte die ersten Gespräche über die Bandauswahl und die Erwartungen ans diesjährige WGT.
Endlich wurde der Platz geöffnet und die Massen stürmten das Gelände.
Wieder erwies sich das Wohnmobil als die richtige Wahl und das nicht nur in Hinblick auf die angekündigetn Unwetter die dieses Wochenende über Leipzig ziehen sollten.
Während fast alle anderen schwerbeladen zwischen Parkplatz und Campingplatz hin und her tingelten, mussten wir nur die Markise ausfahren und konnten das schöne Wetter und den Flair genießen.
Im Laufe des Tages liefen wir übers Gelände trafen alte und neue Bekannte, genossen diverse Alkoholika, holten uns unsere Bändchen und die nicht abreißen wollenden Ströme von schwer bepackten Gothen.
Leider endete der Abend für einen unserer Mitfahrer aufgrund des Alkoholkonsums nicht so erfreulich, aber das möchte ich den geneigten Lesern im Detail ersparen.
Der Freitag begann mit dem Blick auf weitere anreisende Massen. Dennoch blieben dieses Jahr die langen Warteschlangen an den Bändchenausgaben aus.
Für etwas Unmut sorgte allerdings die Tatsache das das ein Blick auf den Spielplan offenbarte das die Agra Halle als größte Spielstätte den gesamten Freitag über geschlossen bleiben sollte. Erst zum Mitternachtsspecial mit The Retrosic sollte die Halle öffnen, was zu einer Menge Spekulationen führte a´la The Retrosic hätten durchgesetzt das keine andere Band vor ihnen spielen darf. Was an diesen Gerüchten nun wirklich dran ist kann ich leider nicht sagen.
Auch machte ein Blick auf die Planung der nächsten Tage deutlich das man vieles aus dem persöhnlichem Programm streichen musste, da einfach zuviele Konzerte die man sehen wollte zeitgleich stattfanden. So musste man schon im Vorfeld Auftritte von z.B. Cinema Strange, Zombina and the Skeletons und Midge Ure (dem Sänger von Ultravox) streichen (wieso er nicht als Mitternachtsspecial auftrat verstand sowieso keiner).
Wir entschlossen uns den Abend mit einem Besuch im Darkflower zu beginnen wo Honey von Welle:Erdball als Gast DJ auftrat.
Auf dem Weg dorthin sahen wir wozu die Entscheidung die Agra und die Parkbühne am Freitag geschlossen zu lassen führte. Vor dem Werk2, in dem an diesem Abend unter anderem In Strict Confidence, Pzychobitch, Fetisch:Mensch und Absolute Body Control spielten standen etwa 2000 Schwarze die keine Chance mehr auf Einlass hatten.
Im gut gefülltem Darkflower genossen wir einige Zeit die gute Stimmung, entschlossen uns dann aber der großen Hitze zu entfliehen und zurück zur Agra zu fahren.
Kaum waren wir in der Straßenbahn begann der erste große Regenschauer des diesjährigen WGT.
Am Abend wollten wir dann zum Monumetum2 am Völkerschlachtsdenkmal. Dieses sollte mit musikalischer Untermalung der Band In the Nursery mit verschiedenen Lichtinstellationen aus der Dunkelheit enthüllt werden.
Wir fuhren Frühzeitig los und planten einige Verspätungen der Straßenbahnen ein.
Leider offensichtlich nicht genug, denn nachdem wir schon 45min bis zum Umsteigeplatz brauchten da immer wieder einige Leute die Türen blockierten und die Bahn somit an der Weiterfahrt hinderten.
Am Umsteigeplatz waren die nächsten 2 Bahnen so überfüllt das kein Einsteigen mehr möglich war. Wir entschlossen uns ein paar Stationen in die Gegenrichtung zu fahren um noch vor dem Hauptbahnhof in eine leere Bahn einzusteigen. Dies erwies sich allerdings auch als Unmöglich, da diese Bahnen überfüllt waren mit Grönemeyerfans die nach dem Konzert wohl geschlossen zum Völkerschlachtsdenkmal gefahren wurden.
Nach etwa 1 1/2 Stunden die wir im strömenden Regen warteten fanden auch wir endlich unseren Platz in einer Bahn die aber sehr lnagsam und mit vielen Pausen fuhr. Auch mit dieser Bahn kamen wir nur bis zur Haltestelle einen Stop vor dem VSD, da ein Autofahrer mitten auf den Schienen einen Unfall gebaut hatte. Wir mussten also zu Fuß weiter, mittlerweile seit 3 Stunden unterwegs. Doch schon kamen uns die ersten Besucher entgegen die uns mitteilten das die Show schon zuende war. Wenigstens erwischten wir den ersten Bus der zurück zum Connewitzerkreuz fuhr.
Am nächsten Tag sollte das WGT für uns dann auch endlich musikalisch starten. Wir fuhren zur Parkbühne um uns The Pussybats anzuschauen. Bei strahlendem Sonnenschein begann die Band mit guter Laune und lieferte eine tolle Show ab.
Anschließend traten Komu Vnyz auf eine der ältesten Industrailbands aus der Ukraine.
Wir kehrten nach einem kurzen Zwischenstop im Supermarkt wieder zur Agra zurück um unseren schon schmerzenden Füßen eine Pause zu gönnen.
Anschließend gingen wir in die Agrahalle um uns RoterSand anzuschauen. Die Jungs aus dem Ruhrgebiet lieferten mit Unterstützung von [sitd] eine tolle Show ab.
Wir kehrten zur kurzen Entspannung zum Wohnmobil zurück um anschließend für Front242 wieder fit zu sein.
Leider war die PA (oder der Typ am Mischpult) Welten hinter den Möglichkeiten der Band zurück und machte das Konzert nicht zu einem Genuss. Das Klang 2001 um Längen besser.
Beim Mitternachtsspecial wurde aber wieder richtig abgerockt - Vive La Fete brachten die Halle zum Kochen und die Sängerin lieferte eine beeindruckende Leistung ab und so ging man Müde aber glücklich zum weiteren Feiern auf den Platz zurück.
Den Sonntag hatten wir uns als Entspannungstag ausgesucht, denn trotz der Überschneidungen der Wunschbands an anderen Tagen war am Sonntag für uns kaum etwas dabei. Wir nutzen die Zeit für einen Bummel über das Heidnische Dorf und durch die Agraverkaufshalle.
Wir entschlossen uns doch wenigstens 2 Konzerte an diesem Tag mitzunehmen und so kamen wir in den Genuss der Musik von Dope Stars Inc. die sehr Überzeugend waren. Abends gingen wir dann noch zu The 69eyes. Angefüllt mit einigen Vorurteilen erlebten wir eine Überraschung. Die Band lieferte eine tolle Abwechslungsreiche Show und erwiesen sich als perfekte Entertainer.
Der letzte Konzerttag brach an. Wir fuhren zum Werk2 um uns eine Dosis Horropunk/Horrorbilly zu geben. Sowohl The Crimsons Ghosts als auch die kanadische Formation The Creepshow lieferten erstklassige Musik gemischt mit einer guten Show. Für mich waren sie die Höhepunkte des diesjährigen WGTs.
Wir fuhren zurück zur Agra um uns vor den Konzerten von Fixmer/McCarthy und The Cassandra Complex noch etwas auszuruhen. Dort bestätigten sich dann auch die Gerüchte die seid Samstag schon die Runde machten. Diverse Starßenbahnen und Busse in denen Schwarze saßen wurden mit Steinwürfen attakiert, bei denen mehrere Personen verletzt wurden und vor dem UT Connewitz wurden mehrere WGT Besucher auf dem Weg zu einem Konzert angegriffen und zusammengeschlagen. Dies waren wohl die unschönen Höhepunkte des diesjährigen WGTs. Einige Neofolkveranstaltungen fanden daraufhin unter Polizeischutz statt.
Wir wollten uns grade auf dem Weg zum Kohlrabizirkus machen um dort die letzten Bands die wir dieses Jahr erleben wollten zu sehen als uns von Platznachbarn mitgeteilt wurde das wir uns diesen Weg sparen könnten. Der Kohlrabizirkus wäre voll, es würde keiner mehr eingelassen und die Schlange wäre mittlerweile mehrere Hundert Meter lang.
Was also nun tun? Doch zu Cinema Strange in die Parkbühne? Der aufziehende Regen nahm uns die Entscheidung ab - wir fuhren zurück zum Werk2 um uns Zombina and the Skeletons anzusehen.
Das Werk2 war angenehm gefüllt und der Sound gut. Die Briten lieferten eine Klasse Show ab und versöhnten uns den WGT Abschluss sehr.
Der letzte Abend wurde mit Alkohol und Gesprächen im inneren des Wohnmobils verbracht, der anhaltene Regen und Wind verhinderten ein Outdoorhappening.
Am nächsten morgen erwies sich das Wohnmobil erneut als Glücksgriff. Innerhalb kürzester Zeit waren wir Startklar und machten uns auf den Rückweg.
Das 16te WGT ist zuende.
Das Fazit fällt am Ende trotz einiger negativer Ereignisse dennoch positiv auf. Zwar konnte das LineUp mit dem letzjährigem Feuerwerk nicht mithalten, auch das Wetter, überfüllte Starßenbahnen und Konzerte trübten etwas die Eindrücke aber viele, vorallem kleine unbekannte Bands riessen es mal wieder raus.
WGT08? Auf jedenfall!!!
Veröffentlicht von Wygnus am 08.06.2007, 15:06
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