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Gothic-/Fetisch- & Bizarre-Talk 09. 02. 2012, 07:54 *
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Autor Thema: Stadt Giessen verbietet nocte obscura - Festival  (Gelesen 3746 mal)
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 56



« am: 24. 01. 2008, 12:43 »

Dieses Rundschreiben wurde gestern Abend an die User von Dunkles Marburg übermittelt:


Liebe Dunkle Gemeinde,

zu meinem tiefsten Bedauern habe ich heute erfahren, dass die Stadt Gießen,
insbesondere der Leiter des von der Stadt Gießen getragenen Jokus, das Nocte
Obscura Electro Festival im Jokus in Gießen verboten hat. Als Begründung führt
die Stadt Gießen an, dass das martialische Erscheinungsbild der auftretenden
Bands sowie die Cover der Musik-Alben und Fotomaterial auf den Homepages
menschenverachtend seien. Weiterhin führte die Stadt Gießen aus, die
Gothic-Szene sei keine förderungswerte gesellschaftliche Subkultur, sondern die
Ausführungen der Stadt Gießen ließen sogar tatsächlich darauf schließen, wir
seien perverser asozialer Abschaum.

Die Stadt Gießen ließ ebenfalls durchblicken, dass die Veranstaltung auch nicht
an einem andern Ort in Gießen stattfinden sollte und falls doch, daraus durchaus
für den Veranstalter Konsequenzen zu befürchten seien.

Im Großen und Ganzen ist es eine Unverschämtheit der Stadt Gießen, uns als
dunkles Volk in einem solchen Maße zu diskriminieren. Dass alle Bands bereits
Konzerte in Gießen gegeben haben und sich damals niemand beschwert hat,
verwundert uns nun um so mehr. Auf der anderen Seite dürfen auch „Künstler“ wie
„Bushido“, die bekannt für ihre offensiv aggressiven und frauenverachtenden
Texte sind, in den Hessenhallen auftreten, ohne das ein Jugendbeauftragter was
dagegen einzuwenden hatte.

Da wir uns aber nicht durch die Intoleranz und Diskriminierung geschlagen geben
wollen, sehen wir das Nocte Obscura Festival bis auf weiteres für unbestimmte
Zeit verschoben. Diejenigen, die ihre Karten dennoch zurück geben möchten,
sollen sich an das Nocte Obscura Team wenden (http://www.nocte-obscura.de). Die
Karten behalten trotz der Umstände ihre Gültigkeit, also auch die Kombi-Tickets
für die kommende Nocte Obscura.

Wir entschuldigen uns für die entstandenen Ärgernisse und rufen euch auf, uns
bei der friedlichen Demonstration gegen diesen Skandal zu unterstützen. Das
bedeutet insbesondere den Boykott des Jokus, schließlich ist das Nocte Obscura
Electro Festival nicht die erste Veranstaltung, die dort verboten wurde.

Auch wenn es nichts mehr dazu beitragen kann, das Kind, welches bereits in den
Brunnen gefallen ist, wieder heraus zu holen, so sollten wir dennoch für die
Zukunft, denn schließlich kann so was immer wieder geschehen, eine Gemeinschaft
bilden, die gegen öffentlich-rechtliche Diskriminierungen unserer Szene (sowohl
Gothics als auch Metaller als auch die BDSM-Szene) eine Mauer des Widerstandes
bildet. Hier geht es definitiv nicht um bestimmte Veranstalter oder Bands,
sondern um jeden Einzelnen von uns. Auch wenn der Spruch flach und abgedroschen
klingt: Gemeinsam sind wir stark. Selbst wenn wir uns persönlich nicht immer
riechen können, sollten wir dennoch zusammen für das einstehen, was wir sind.

Auf die Unterstützung der Bands Cephalgy, Nurzery[rhymes] und Straftanz können
wir zählen. Und wir hoffen natürlich, dass diese Geschichte noch weite Kreise
ziehen wird.

Die Ansprechpartner der Stadt Gießen haben zumindest bewiesen, dass sie ein
umfangreiches und tolerantes Kultur- und Kunstverständnis haben, genauso wie
man es sich in einer intoleranten christlichen Gesellschaft vorstellt.
Gespeichert

Platonische Liebe kommt mir vor, wie ein ewiges Zielen und niemals abdrücken.
(Wilhelm Busch)
Malagant
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Beiträge: 123



« Antworten #1 am: 16. 05. 2008, 07:58 »

Vielleicht sollte man da versuchen, einen Kontakt zwischen einem Vertreter der Stadt Leipzig und einem Vertreter der Stadt Giessen herzustellen. Immerhin steht die Stadt Leipzig voll hinter dem WGT, es wird im Fremden- und Touristenführer aufgeführt und sie freut sich jedes Mal, wenn die friedlichen Gothics zu Pfingsten in die Stadt kommen.

DG,
Malagant

In umbris potestas est
Gespeichert
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