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Gothic-/Fetisch- & Bizarre-Talk 22. 05. 2012, 11:29 *
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Autor Thema: Wie wär's mal mit einem wirklichen Lyrik-Quiz?  (Gelesen 6152 mal)
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naglfari
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« Antworten #50 am: 26. 03. 2007, 20:59 »

Алекcандр Сергеевич Пушкин
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Schwarz zu sein bedeutet nicht,
ständig unter Depressionen zu leiden,
sondern die schwarzen Seiten des
Lebens zuzulassen.
cheeseroll
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« Antworten #51 am: 27. 03. 2007, 09:13 »

Alexander Sergejewitsch Puschkin

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Epiktet
Verlangst du ein zufriednes Herz:
So lern' die Kunst, dich stoisch zu besiegen,
Und glaube fest, daß deine Sinnen trügen.
Der Schmerz ist in der That kein Schmerz
Und das Vergnügen kein Vergnügen.
Sobald du dieses glaubst: so nimmt kein Glück dich ein
Und du wirst in der größten Pein
Noch allemal zufrieden sein.
"Das", sprichst du, "kann ich schwer verstehen.
Ist auch die stolze Weisheit wahr?"
Du sollst es gleich bewiesen sehen;
Denn Epiktet stellt dir ein Beispiel dar.

Ihn, als er noch ein Sklave war,
Schlug einst sein Herr mit einem starken Stabe
Zweimal sehr heftig auf das Bein.
"Herr", sprach der Philosoph, "ich bitt' Ihn, laß Er's sein,
Denn sonst zerschlägt Er mir das Bein." -
"Gut, weil ich dir's noch nicht zerschlagen habe:
So soll es", rief der Herr, "denn gleich zerschlagen sein."
Und drauf zerschlug er ihm das Bein.
Doch Epiktet, anstatt sich zu beklagen,
Fing ruhig an: "Da sieht Er's nun!
Hab' ich's Ihm nicht gesagt, Er würde mir's zerschlagen?"

Dies, Mensch, kann Zenos Weisheit thun!
Besiege die Natur durch diese starken Gründe.
Und willst du stets zufrieden sein:
So bilde dir erhaben ein,
Lust sei nicht Lust und Pein nicht Pein.
"Allein", sprichst du, "wenn ich das Gegenteil empfinde,
Wie kann ich dieser Meinung sein?"
Das weiß ich selber nicht; indessen klingt's doch fein,
Trotz der Natur sich stets gelassen sein.

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Ich würde mich gerne mit Ihnen geistig duellieren.
Aber ich sehe, Sie sind unbewaffnet.
naglfari
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« Antworten #52 am: 27. 03. 2007, 21:58 »

Christian Fürchtegott Gellert

--------------------------------------

DJe Keuschheit krönet den /
        der sich ihr gantz ergiebet /
Die Keuschheit machet reich / den /
        der sie brünstig liebet /
    Die Keuschheit macht bey Gott
        und Menschen hoch und wehrt /
    Die Keuschheit bringet Glück
        dort / und auch hier auf Erd.

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« Antworten #53 am: 28. 03. 2007, 16:18 »

Grimmelshausen!!!

---------------------------------

Ich bin die Nacht,
meine Schleier sind viel weicher als der weiße Tod,
ich nehme jedes heiße Weh
mit in mein kühles, schwarzes Boot.

Mein Kuss ist süß wie Fliederduft,
der Wanderer weiß es genau,
wenn er  in meinen Armen liegt,
vergisst er jede heiße Frau.

Mein Geliebter ist der lange Weg,
wir sind vermählt auf immer dar,
ich liebe ihn und ihn bedeckt
mein seidenweiches schwarzes Haar.

Meine Hände sind so schmal und bleich,
dass sie ein jedes Fieber kühlen,
und jede Stirn, die sie berührt,
muss leise lächeln, wider Willen.

Ich bin die Nacht,
meine Schleier sind viel weicher als der weiße Tod,
ich nehme jedes heiße Weh
mit in mein kühles, schwarzes Boot.
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Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.
Oscar Wilde
naglfari
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« Antworten #54 am: 28. 03. 2007, 22:51 »

Selma Meerbaum-Eisinger

--------------------------------------------------------------------------------------------------------

Das Glück
Es huscht das Glück von Tür zu Tür,
Klopft zaghaft an: - wer öffnet mir?
Der Frohe lärmt im frohen Kreis
Und hört nicht, wie es klopft so leis.
Der Trübe seufzt: Ich laß nicht ein,
Nur neue Trübsal wird es sein.

Der Reiche wähnt, es pocht die Not,
Der Kranke bangt, es sei der Tod.
Schon will das Glück enteilen sacht;
Denn nirgends wird ihm aufgemacht.
Der Dümmste öffnet just die Tür -
Da lacht das Glück: "Ich bleib bei dir!"
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cheeseroll
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« Antworten #55 am: 29. 03. 2007, 12:34 »

Richard Zoozmann

------------------------------

Bildlich gesprochen

Wär ich ein Baum ich wüchse
dir in die hohle Hand
und wärst du das Meer ich baute
dir weiße Burgen aus Sand.

Wärst du eine Blume ich grübe
dich mit allen Wurzeln aus
wär ich ein Feuer ich legte
in sanfte Asche dein Haus.

Wär ich eine Nixe ich saugte
dich auf den Grund hinab
und wärst du ein Stern ich knallte
dich vom Himmel ab.


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naglfari
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« Antworten #56 am: 29. 03. 2007, 22:07 »

Ula Hahn

................................................. ................................................. .............................................

Der törichte Jäger


Er zog hinaus, das Glück zu fangen,
und jagte mit erhitzten Wangen
bis in den späten Abendschein.
Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,
er kehrte müde und zerschlagen
in seine warme Hütte ein.

Da saß in schlichtem Werkelkleide,
dem wilden Jäger schier zuleide,
am Herde eine stille Magd.
Sie reichte ihm den Trunk, den Bissen
und ging zu Hand ihm, dienstbeflissen,
wie es dem müden Mann behagt.

Sie hatte still sich eingefunden
und ungefragt, vor Jahr und Stunden,
und ihre Treue nahm er hin.
Heut saß sie blaß zu seinen Füßen;
er ließ sie seinen Unmut büßen,
das flücht'ge Wild lag ihm im Sinn.

»Und muß ich mich zu Tode hetzen,
es soll mein heißes Herz ergetzen,«
rief er und rief sein letztes Wort
und kehrte grollend ihr den Rücken
und setzte über Traumesbrücken
die Jagd nach seinem Wilde fort.

Am Morgen, eh' die Vögel girrten,
erwacht' er. Seine Blicke irrten
schlaftrunken über Bett und Wand
und hin zum Herd. Da stand im Scheine
des Feuers, bleich am weißen Steine,
die Magd, ihr Bündel in der Hand.

»Wohin? Was treibt dich?« - »Laß mich wandern,
mein Dienst gehört jetzt einem andern,
leb wohl, ich kehre nicht zurück.«
Schon stand sie draußen an der Pforte,
er hört nur noch die Abschiedsworte:
»Vergiß mich nicht, ich war das Glück.«

[[editby=naglfari=1175198933]]
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« Antworten #57 am: 30. 03. 2007, 14:54 »

Gustav Falke

-----------------------

Frueh, wann die Haehne kraehn,
Eh die Sternlein verschwinden,
Muss ich am Herde stehn,
Muss Feuer zuenden.


Schoen ist der Flammen Schein,
Es springen die Funken;
Ich schaue so drein,
In Leid versunken.


Ploetzlich, da kommt es mir,
Treuloser Knabe,
Dass ich die Nacht von dir
Getraeumet habe.


Traene auf Traene dann
Stuerzet hernieder;
So kommt der Tag heran -
O ging er wieder!

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Oscar Wilde
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« Antworten #58 am: 03. 04. 2007, 13:06 »

Das verlassene Mägdlein von Eduard Mörike

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  Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?
    Hör's näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reih'n,
Und gellende Hörner schallen darein
    Und erfüllen die Seele mit Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Was zieht dort rasch durch den finstern Wald
    Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt;
Das Hurra jauchzt und die Büchse knallt;
    Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein,
    Der Wütrich geborgen sich meinte;
Da naht es schnell mit Gewitterschein
Und wirft sich mit rüst'gen Armen hinein
    Und springt ans Ufer der Feinde.
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Was braust dort im Tale die laute Schlacht,
    Was schlagen die Schwerter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht
    Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
    Unter winselnde Feinde gebettet?
Es zuckt der Tod auf dem Angesicht;
Doch die wackern Herzen erzittern nicht.
    Das Vaterland ist ja gerettet.
Und wenn ihr die schwarzen Gefall'nen fragt:
Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
    Auf Henkersblut und Tyrannen!
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,
    Wenn wir's auch nur sterbend gewannen.
Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:
Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.
 
[[editby=naglfari=1175598457]]
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« Antworten #59 am: 03. 04. 2007, 14:30 »

Theodor Körner

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An die Nacht
 
O stille Freundin Du! O wortlos ernste Nacht!
Nimm meinen lauten Schmerz in Deine Mutterarme!
Verhüll' mein müdes Haupt in Deiner Schleier Pracht,
Daß dieses starre Herz in Thränenthau erwarme.
Zeig' mir Ihn fern im Traum, erwecke heiß'res Sehnen -
Die harte Wirklichkeit nahm mir den Trost der Thränen.
 
Des Tages Forderung und seiner Fragen Qual,
Sie bleiben, fern gebannt, in weitem Kreise stehen -
Und frei von fremdem Zwang erhebt zum erstenmal
Die Seele sich empor, will weithin rückwärts sehen
Dorthin - wo sie geglaubt, dem Tod sich hinzugeben,
Und ach! so tief geirrt! sie gab sich hin - dem Leben!
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« Antworten #60 am: 03. 04. 2007, 21:26 »

Adele Schopenhauer


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   Ich geh all Nacht die Runde
Um Vaters Hof und Hall'.
Es schlafen zu dieser Stunde
Die trägen Wächter all.
Ich Fräulein zart muß streifen,
Ohn' Wehr und Waffen schweifen,
Den Feind der Nacht zu greifen.

O weh des schlimmen Gesellen!
Nach Argem steht sein Sinn.
Würd' ich nicht kühn mich stellen,
Wohl stieg' er über die Zinn'.
Wann ich denselben finde,
Wie er lauert bei der Linde,
Ich widersag ihm geschwinde.

Da muß ich mit ihm ringen
Allein die Nacht entlang;
Er will mich stets umschlingen,
Wie eine wilde Schlang';
Er kommt vom Höllengrunde,
Wie aus eins Drachen Schlunde,
Gehn Flammen aus seinem Munde.

Und hab ich ihn überwunden,
Halt ihn im Arme dicht:
Doch eh' die Sterne geschwunden,
Entschlüpft mir stets der Wicht.
Ich kann ihn niemand zeigen,
Muß meinen Sieg verschweigen
Und mich in Trauer neigen.
 
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« Antworten #61 am: 04. 04. 2007, 15:56 »

Ludwig Uhland

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In einem Tal bei armen Hirten
Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,
Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe,
Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
In einer glücklichern Natur.

Und teilte jedem eine Gabe,
Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
Der Blumen allerschönste dar.
 
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« Antworten #62 am: 04. 04. 2007, 21:03 »

Friedrich Schiller

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Vollmond

Gelbes Eis
Und grüne Nebel.
Kranke Kallablüten leuchten.
Von den bleichen Bechern rinnet
Goldnes Öl in sanften Strömen.
Warmer Moder,
Nackte Schädel.
Über weiße Marmorwüsten
Fliehen lautlos
Schwarze Schwäne
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« Antworten #63 am: 25. 05. 2007, 16:37 »

Max Dauthendey

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Aus ihren Augen lacht die Freude,
Auf ihren Lippen blüht die Lust,
Und unterm Amazonenkleide
Hebt Mut und Stolz und Drang die Brust;
Doch unter Locken, welche fliegen
Um ihrer Schultern Elfenbein,
Verrät ein Seitenblick beim Siegen
Den schönen Wunsch besiegt zu sein.
 
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« Antworten #64 am: 29. 05. 2007, 12:04 »

Jakob Michael Reinhold Lenz

Und dieses:

Schwer soll der Grund und reich an Schnecken sein,
Wo meine Gruft zu schaufeln ich begehre,
Dass dort zum Schlaf sich streckt mein alterndes Gebein
Und im Vergessen ruht gleich wie der Hai im Meere.

Ich hasse Testamente, Grab und Stein,
Und von der Welt erbettl ich keine Zähre;
Nein, lieber lüde ich den Schwarm der Raben ein,
Damit er stückweis mein verwesend Aas verzehre.

O Würmer! Schwarz Geleit ohn Auge, ohne Ohr!
Ein Abgeschiedner kommt, der froh den Tod erkor.
Ihr Söhne des Zerfalls, die dem Genusse leben,

Durch meine Trümmer kriecht mit reuelosem Mut
Und sagt mir: kann es wohl noch eine Folter geben
Für den entseelten Leib, der tot bei Toten ruht?

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es lebe hoch die euphorie
doch mag ich auch melancholie
denn nur wer manchmal melancholisch
ist auch zur rechten zeit euphorisch
natürlich ist das rein rethorisch
doch das, das ist bei mir notorisch
cheeseroll
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« Antworten #65 am: 29. 05. 2007, 15:17 »

Charles Baudelaire
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Pfingstbestellung

Ein Pfingstgedichtchen will heraus
ins Freie, ins Kühne.
So treibt es mich aus meinem Haus
ins Neue, ins Grüne.

Wenn sich der Himmel grau bezieht,
mich stört's nicht im geringsten.
Wer meine weiße Hose sieht,
der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,
wie Hühner Eier legen,
und gehe festlich und geschmückt -
Pfingstochse meinetwegen -
dem Honorar entgegen.

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